Dementsprechend erwartungsvoll treffen sich die Besitzer von 16 Fahrzeugen (davon 14 MGs, ein Jaguar E-Type und ein Porsche Boxster) beim Stift Heiligenkreuz, wo nicht nur ausreichend Parkplätze, sondern auch ein offenes Klostergasthaus mit Frühstück winken. Kurz vor 10h ruft Ernst Fischer, der Organisator zur Fahrerbesprechung, es werden die Roadbooks ausgeteilt und schon bewegt sich der Konvoi in Richtung unseres Mittagszieles, der Ebenwaldhütte bei Kleinzell.
Ernst hat uns bei der Fahrerbesprechung nicht zu viel versprochen - ja sogar untertrieben. Die Strecke ist einfach toll. Zunächst geht es über Grub und Klausen-Leopoldsdorf nach St.Corona am Schöpfl. Der Wienerwald hat eben alles zu bieten. Enge, kurvenreiche Straßen, dann wieder weite Ausblicke, alles grünt und blüht und die unterschiedlichen Grünschattierungen der Wälder sind im Frühling besonders auffallend. Bei einigen Steigungen kommt bei manchen die Kühl-Wasser-Temperatur nahe an den Roten Bereich, aber dann bei der Bergab-Strecke beruhigte sich das System wieder auf knapp „Normal“. Von St.Corona geht es weiter nach Hainfeld und dann sind wir schon im Voralpengebiet. Über die Ramsau und die Kalte Kuchl geht es nach Kleinzell. Hier ist noch eine letzte Bergstraße hinauf zur Ebenwaldhütte auf über 1.000m zu bewältigen. Wir parken auf der Wiese und gehen zu Fuß die letzten 300m zur Hütte, wo uns allerlei deftige, bodenständige Küche erwartet. Besonders die Knödel (siehe Bild) sind eine Wucht.
Aber allzu schnell ist die Pause vorüber und es geht schon wieder weiter – und zwar nach Wilhelmsburg ins Geschirrmuseum.
Was wahrscheinlich die meisten nicht wussten, ist dass seit kurzer Zeit das berühmte „Lilienporzellan“ der 50iger Jahre in Wilhelmsburg seine Wiederauferstehung feiern konnte. Dank enthusiastischer Freiwilliger und eines Vereines wird inzwischen schon wieder Geschirr produziert. Das Museum zeigt die Geschichte der ehemaligen Besitzer und der Firma, die dieses weltberühmte Geschirr viele Jahre sehr erfolgreich produziert hat. Wir werden kompetent und spannend durchs Museum geführt und lernen viel Historisches und Technisches über die physikalischen Probleme und technischen Herausforderungen, einer Geschirrproduktion. Zugegeben, wir hätten noch viel länger im Museum verweilen können, aber vielleicht gibt es ja wieder eine Ausfahrt und dann bekommen wir auch die Produktion zu sehen. Versprochen!
Nach dem Besuch in der Geschirrfabrik geht es noch zu einem „Absacker“ zum Heurigen am Grillenberg. Bei ausgedehnter Plauderei werden die Erlebnisse besprochen und Ernst und Rosi wird für die perfekte Organisation gedankt und Michael für das tolle Roadbook.
Alles in Allem bleiben die schönsten Erinnerungen an ein denkwürdiges "Season Opening 2026".
Bericht: Christoph Gudenus, Felix Weschitz
Fotos: Fischer, Gudenus, Hörner, Kienast-Doppler