Eigentlich sagten die Wetterfrösche nicht wirklich Gutes für unsere Sommerausfahrt nach Schloss Kreisbach voraus. Trotzdem trafen acht Teams (mehr als angemeldet) im Stiftsrestaurant in Heiligenkreuz ein.
Nach einem stärkenden Kaffee und der Fahrerbesprechung ging es zuerst über unsere gewohnte Route durch die erste enge Kurve. Der Organisator fuhr als erstes Fahrzeug "um die Strecke zu erkunden". In Wirklichkeit hatte jeder sein Roadbook selbst ausgedruckt und wusste, wo es lang geht. Da wir uns etwas später als geplant von unserem Kaffee getrennt hatten, wurde bei der Fahrt die zulässige Höchstgeschwindigkeit nahezu voll ausgenutzt. In manchen engeren Kurven haben dies auch meine Reifen mitbekommen und wissen nun wofür sie da sind. (good job done) Trotzdem war es wieder mal eine hervorragende Strecke in wundervoller Gegend. Irgendwann verlangsamte sich der Tross und blieb am Strassenrand stehen. Keine Ahnung warum, bis mir es langsam dämmerte, dass es sich um einen Fotohalt handelt. Also, 'raus aus dem Auto und den Tross fotografieren. Klar kam es dabei auch zu diversen Benzingesprächen. Man tratschte und tratschte und... Halt, jetzt geht's weiter - nicht für alle, einige hatten das Gespräch noch nicht beendet. Die Fahrwilligen wurden etwas ungeduldig. Irgendwann aber ging's weiter. Ich weiß nicht wie uns der "Leader" das angestellt hatte, aber wir kamen pünktlich beim Mittagessen an. Trotz verspäteter Abfahrt und ausgedehntem Fotohalt. Toll.
Nachdem jeder seinen Platz an den Tischen eingenommen hatte wurden die Getränke serviert. Jetzt sollte aber der Wetterfrosch recht behalten. Es zogen dicke dunkle Wolken auf. Wir saßen auf der Terrasse unter Schirmen. Der Wind beutelte die Sonnenschirme schon etwas heftig und immer heftiger. Da fielen schon die ersten Tropfen - immer mehr und vor allem grössere. Da wurden wir gebeten umzusiedeln. Also jeder nahm den Tisch an dem er saß in die Hand und wanderte samt Blumenschmuck und Getränken und was da sonst noch alles drauf war, unter das Glasdach. Perfekt - nix ist heruntergefallen, umgefallen oder ausgeschüttet worden. Es ist jeder gut an seinem Unterdach-Platz angkommen. Es regnete mal mehr mal weniger und auch die Sonne ließ sich immer wieder blicken.
Die einzelnen Gerichte wurden schon im Vorfeld ausgewählt. Somit gab es bei der "Bestellung" keine Diskusionen. Nach diesem ausgiebigen Essen mussten wir etwas "verdauen", um dann die Museumsführung geniessen zu können.
Erstaunlich, dass Schloss Kreisbach und die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude durch einen privaten Verein restauriert werden. Neben diversen geringen staatlichen Förderungen wird die Restaurierung durch die Mitgliedsbeiträge und Spenden bewerkstellingt. Es hilft natürlich auch, dass die bereits restaurierten Säle vermietet werden (Seminare, Hochzeiten, ...) und somit auch zur Finanzierung der Restauration beitragen. Zum Abschluss der Führung - in einem Saal der für Hochzeit hergerichtet war - wurde uns eine mittelalterliche Musik vorgespielt um sich in die damalige Zeit versetzten zu können. Jetzt kommts.
Also alles zum Tanz - die bereitgestellten Sessel auf die Seite, den Schreibtisch, der für den Standesbeamten bereitgestellt war, ebenfalls zur Seite und los geht's. Die Damen auf die eine Seite, die Herren auf die andere Seite und im Takte der mittelalterlichen Musik und unter Anweisungen des Tanzlehrers (= Museumsführer) den mittelalterlichen Tanz genießen. Schritt vor, Hände reichen, einmal rundherum und Schritt zurück usw. Es war eine Hetz.
Nach dieser Auflockerung den Saal wieder in Ordnung bringen und erschöpft zum Jausenkaffee. Nicht nur Kaffee, sondern auch hausgemachte Kuchen. Es wurde nicht nur EIN Kuchen aufgetischt, sondern mehrere. Ich habe mich für den Marillenkuchen entschieden. Hmm... Das war nicht einfach nur ein Marillenkuchen, sondern ein Kunstwerk. Das Rezept von der Grossmutter der Köchin. Der Kuchen mit Semmeln, etwas fester, aber hervorragend. Der Kaffee aus eigener Röstung war rund, mundig nicht bitter - einfach nur gut.
Die Zeit verging extrem schnell bei der vielen Rederei und das Fußballmatch (Finale der WM) wollte auch gesehen werden. Also mussten wir uns auf den Weg nach Hause machen. Wir wählten den weniger schnellen Weg über die Landstrassen und nicht auf der Autobahn bis nach Tulln. Dann ging es ja sowieso nicht anders weiter als auf der Schnellstraße und dann Autobahn nach Essling.
Zusammenfassend muss man sagen eine schöne Ausfahrt mit gemütlichem Beisammensein und interessanten Gesprächen.
Einen großen Dank an den Organisator Michael!!
 
Text: Felix Weschitz
Fotos: Fischer
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